Geschichten

Schlafos neben dir

Morgens wache ich meist als erstes von uns auf. Das ist halt nun mal so. Lässt sich nicht ändern.
Liege stets ganz nah bei dir. Beobachte dich. Dein Atem. Wie sich dein Brustkorb hebt und langsam wieder senkt. Deine Morgenmuskelzuckungen halten mich wach. Kann nicht mehr einschlafen. Fasziniert von dir!
Sehe mich herum, schaue auf die Uhr. Es ist spät. Egal. Wir haben Zeit. Jede Menge davon. 24.

Du liegst immer noch da. Ich auch. Du liegst auf meiner Brust. Der Rechten. Hin und da bewegst du deinen Kopf leicht. Nach rechts und links drehen. Weiterschlafen. Bemerkst nicht, dass ich schon seit längerem wach bin. Schwebst in deinen Gedanken. Bist weit weg.
Was du wohl gerade träumst?  Keine Ahnung.

Ich bin wach. Meine Gedanken schweben. Kreuz und quer. Habe Pläne. Möchte mit dir den Sonnenaufgang in Alaska erleben. Will in China mit Stäbchen essen. In der Schweiz alle Seen erforschen. Möglich? 
Wer weiss.


Du und ich. 

Du


Stadtmuster

Angekommen im hohen Norden. Völlig müde und ohne Zeitgefühl nimmt der Körper troz allem Eindrücke war. Die neuen unbekannten sind welche, die einem am meisten faszinieren. Nach dem Hoch der Gefühle realisiert man bedauernswert, dass jene Städte auf eine Art und Weise gleich sind. Ähnlich aussehende Leute. In der Stadt meist gestresst. Europäische Importware. Froh, etwas essen zu können,

Was aber nach wie vor faszinierend bleibt, sind die zahlreichen Unterschiede, die nach einiger Zeit hervorstechen. Architektur. Freizeitbeschäftigungen. Freundlichkeit. 
Jede Stadt hat ihren eigenen Charakter.









Die Bestimmung im Ring

Wer wählen wir, was entscheiden wir, wie urteilen wir. Die Entscheidung, die Bestimmung obliegt jeden ersten Maisonntag den Wählern und Wählerinnen der Landsgemeinde. Wird die aus Papier hergestellte Karte gezückt, dann stimmen wir. Sind wir dabei. Dafür oder Dagegen.

Viele wichtige Traktanden werden den interessierten im Ring stehenden Bürgern präsentiert und wenn möglich schmackhaft gemacht. Die Gunst des Wählers ist hier direkt zu gewinnen. Mit klugen Worten, anschaulichen Beispielen und sporadischen Wortwitzen versucht der Redner die absehbare Abstimmung zu kippen. Jeder einzelne Bürger soll gewonnen werden.

Bestimmt tritt einer nach dem anderen die kleine Holztreppe hinauf, um am Rednerpult zu dementieren zu überzeugen. Anfangs noch ein wenig zitternd in der Stimme, verfliegt die Nervosität schnell. Die Macht vor mehr als 1000 Menschen zu sprechen- sie zu bestimmen- überwiegt dem Nervös sein.
Wie ein Schatten verfliegt diese. Nun gilt es gut zu reden. Schwarz auf Weiss
.









Geschichten, die niemand mehr kennen will 

Alt und die Haare schon gräulich verfärbt sitzen sie da und keiner weiss, was in ihnen vorgeht. Denken sie an vergangene abenteuerliche Geschichten? Oder schwelgen sie in ihren glücklichen Erinnerungen?

Sie sitzen, warten und machen nichts. Gar nichts.

Keiner kennt ihre Geschichten, niemand will diese heutzutage hören. Ist doch langweilig.In einer Zeit, in der uns fesselnde Schlagzeilen, brandheisse Neuigkeiten und alberne Vorfälle nur so zufliegen, hat keiner mehr Zeit eine wahrhafte Geschichte anzuhören.

Warum unnütz Zeit vergeuden? Solche Geschichten, die niemand kennen will, müssen auch nicht gekannt werden. Von niemanden.

Nur von denen, die sich Zeit nehmen den alten gräulich werdenden Menschen zuzuhören. um Geschichten zu hören, die sonst niemand kennt.